Wiederholungstäter 2021....

Vor 2 Jahren hatte ich es gewagt, ganz allein 5 Tage mit dem Womo an der Nordseeküste.
Vollzeitarbeitend den Job meistern, alleinerziehend die Kids versorgen (unterdes schon 16 und 15) nicht immer ganz einfach und deswegen jetzt wieder eine kleine Auszeit aus dem alltäglichen Wahnsinn...
Ostsee vom 30.10.2021 bis 05.11.2021, pünkltich zum Geburtstag meines Sohnes wieder daheim

Kurioses auf meiner Reise??? Klickst Du hier :-)

Tag 1. / Hamburg und Boltenhagen

Wild unentschlossen...
Morgens um 7:00 Uhr aufstehen, Oma hilft schnell alles vorzubereiten und passt die Woche auf die Kids auf. Vorbereitungszeit auf die Reise so gut wie keine, aber egal. Alles schnell eingepackt, Google fragen wie lange die Fahrt dauert und..., ohhhh Schreck, Fahrzeit bis zum Depot 4:51 Std.
Also schnell los, die Kids schlafen noch.
Pünkltich in Prisdorf bei Hamburg angekommen und das Womo abgeholt, ziemlich verbeult die Hütte, aber egal es geht ja nicht um einen Schönheitswettbewerb, sondern um pure Erholung, Entschleunigung, Meer und Auftanken der Batterien.
Schnell alles ins Womo geworfen und dann aber los..., auf den ersten Kilometern Autobahn setzt bereits die Erholung ein, man fühlt sich wie "Manfred Krug: Auf Achse".
Die Entscheidung wohin, fiel ganz spontan. Ich hatte im Vorwege zwar etwas geschaut, wo Campingplätze offen haben (November), aber letztlich habe ich dann spontan entschieden, nach Boltenhagen zu fahren.
Ich war lange nicht hier, die Promenade ist echt Hammer geworden...

Tag 2. Boltenhagen / Wismar

Zeitumstellung, früh wach und bereits um 8:00 Uhr am Strand, besser geht nicht.

Dann aber sehr zeitig ab nach Wismar, da die Rezepttion in Boltenhagen gesagt hat, ich müsse sehr pünktlich in Wismar sein, da ich sonst keinen Platz mehr bekomme.
Na ja, ist ja schon längst keine Saison mehr und heute Abend sind noch immer genügend Stellplätze frei, also unnötige Hast.
Wismar selbst..., ich bin mir nicht sicher ob es mir hier gefällt. Die Gebäudesubstanz geprägt von der Hansezeit echt klasse, aber der Hafen ist irgendwie trostlos, häßlich. 2 Kutter zum Fischbrötchen verkaufen an Touris, viel mehr hat der Hafen nicht zu bieten

Tag 3. Wismar / Warnemünde

Was soll das denn? Regen?
Na zum Glück nur kurz und dann ab nach Warenmünde. Mehr Meer geht nicht. Ein normaler Parkplatz, auf dem man mit dem Womo stehen darf. Zum Glück bin ich autark ausgestattet und kann so die Nacht über hier bleiben.
Der Platz hat megaschlechte Bewertungen im Internet, von Abzocke ist da die Rede. 
Na passt, kaum steige ich aus, kommt ein Auto mit einem "Securitymännlein" angefahren und sagte mir gleich, ich müsse ein Ticket ziehen (Nebensaison 10,- €) und bei ihm de Kurtaxe entrichten (2,25 €). Allerdings war er sehr nett und hat mir Infos, wo was und wieso in Warnemünde gegeben. 
Bezahlt und dann los..., Der Strand in 100 Metern Entfernung, der Himmel klart auf. Die Seele baumelt, ca. 2 KM am Strand bis zum Hafen Warnemünde. Erwähnte ich es bereits, mehr Meer geht nicht? Wirklich ein toller Strand und der Warnemünder Hafen ebenfalls echt klasse. Viele Restaurants, viel Leben, Fisch und alles was dazugehört...

Wie die erste Nacht autark war, berichte ich morgen....................


Tag 4. Warnemünde / Insel Poel

​Zuerst das Besondere, irgendwie ist man immer sehr früh wach und fit beim Camping...

Kalt ist es beim aufwachen, sehr kalt. Mit der Aufbaubatterie hat alles gut geklappt, Strom ist noch mehr als genug da.
Also kurz aufstehen und eben die Heizung anwerfen. Danach wieder ins Bett und warten, bis es erträglich warm ist. Geht aber relativ schnell.
Dann geht der Mist los. Jalousie reißt ab beim Öffnen, der Herd geht nicht mehr (mehr Infos zum Womo klicken), also keinen Kaffee?
Neeeee, so leicht gebe ich nicht auf. Dachte also die Gasflasche wäre leer. Schnell wechslen (wenn man filigrane Finger hat, weil die Flaschen echt megaeng eingepasst wurden), hat also etwas gedauert. Prima, dann kann ich ja Kaffee kochen..., denkste Herd geht nicht. Nach viel hin und her habe ich es dann doch hinbekommen und der Kaffee konnte gekocht werden.
Danach Womo klarmachen zur Weiterfahrt, noch kurz den Cowboy vom Vortag getroffen und kurzen Schnack gehalten..., was für ein Job als Security auf einem Parkplatz von morgens 10 bis abends 18 Uhr rumzulungern. der hat sich echt gefreut, ein wenig mit mir zu schnacken :-)
10:00 Uhr - Abfahrt zur Insel Poel.
Stahlender Sonnenschein, ein Stellplatz für ca. 100? Wohnmobile, insgesamt sind 5 da. Der Hafen in 100 Metern Entfernung.

Ich bin angekommen..., mir gefällt es richtig gut, Strand auf der einen, Steilküste auf der andern Seite. Dazwischen der Hafen. Kaum Menschen in Poel, das gefällt mir, ich habe meine Ruhe...
Einziger Nachteil, es gibt kein geöffnetes Restaurant, keinen Supermarkt, keine Kneipe..., einfach nix...


Tag 5. Insel Poel

Heute mal keine Fahrt zu einem anderen Ort, Poel ist wirklich das was ich brauche..., extreme Ruhe.
Der Reihe nach.
Nachdem ich gestern lange am Strand spaziert bin und bei strahlendem Sonnenschein vor dem Womo gesessen und gelesen habe, habe ich entschieden hier zu bleiben. Es wird allerdings deutlich kälter..., beim Aufwachen war es extrem kalt, nicht zu vergleichen mit den Tagen zuvor. Kurz das Rollo am Bett hochgeschoben und bereits um 7 Uhr sah man das es ein wunderschöner Tag wird. Also schnell Heizung an und noch einige Minuten wieder ins Bett. 
Aufstehen, Kaffee kochen und auf dem drehbaren Fahrersitz in der Sonne den Kaffee genießen. 
Aber innerlich ruft es mich schon raus. Also Schuhe an und los, ab an den Strand. 
Endlos kann man dort laufen. Thüringer Bratwurst, alkoholfreies Radler  an der Wendestelle geholt und dann zurück. Im Hafen Poel dann noch ein Fischbrötchen und dann aber ab zum Womo, Stuhl und Tisch raus, Kaffee dazu und lesen. 

Wer da mal hin möchte... hier die Adresse

Tag 6. Abschied von Poel / Bad Oldesloe

Aufgewacht und Dauerregen..., rausgehen geht kaum, also erstmal abwarten, Kaffee trinken und auf Besserung hoffen.

Wird nix, also schnell noch mal ab in den Hafen und auf sich wirken lassen. Kein Mensch weit und breit.
Unterdes steht nur noch der 12 Tonner (siehe kurioses), alle anderen sind vor dem Wetter bereits geflohen. 
Regenradar sieht schlecht aus, es regnet überall an der Ostsee, also kann ich mir Travemünde knicken.
Wohin also? Einfach schon mal ein Stück zurück in Richtung Hamburg, da ich ja morgen sowieso zurückgeben muss. 
Kurzentschlossen einen öffentlichen Stellplatz in Bad Oldesloe ausgesucht und los.
Im Grunde völlig egal, wo ich heute bin, es regnet wie aus Eimern durchgehend. In Bad Oldesloe kurz die Innenstadt angesehen, pitschnass wieder im Womo angekommen.
Schade um den Tag, aber ich kann mich nicht beschweren, ich hatte ansonsten immer sehr gutes Wetter :-)

 


Tag 7. Abgabe des Womos - Fazit

So schnell sind 7 Tage vorbei :-( Es hat wieder riesig Spaß gemacht, einfach mal eine Woche raus aus dem Alltag.
Für mich habe ich wieder mal gemerkt, man braucht nicht viel um sich sehr wohl zu fühlen. 
Viele fragen mich, ob ich wirklich alleine fahre, ob ich keine Angst hätte abends allein irgendwo zu stehen? 
Antwort: Nein, es ist so erholsam mal einfach von allem Stress weit weg zu sein....

Der schönste Stellplatz war für mich auf der Insel Poel, die wenigen Menschen, die Ruhe, das Meer, der Strand...